Bad Breisigerin Funk siegt beim ICF-Weltranglistenrennen in Markkleeberg

Fragen und Antworten (F&A)

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Hier findet ihr Fragen und Antworten zum Thema Kanusport und besonders zum Kanuslalom. Solltet ihr selber Fragen haben, dann schreibt eine Mail an Redaktion@RicardaFunk.de. Wenn eure Frage häufiger gestellt wird  oder besonders interessant ist, werden wir diese hier gerne veröffentlichen. Grundsätzlich fassen wir ähnliche  Fragen zusammen. Eine Antwort auf eure Mail erhaltet ihr auf jeden Fall.

F: Wie oft trainierst du üblicherweise?
A: Meist täglich 1 bis 3 mal, es gibt aber auch freie Tage.

F: Ist es richtig, dass bei Olympia nur ein Boot pro Disziplin startet?Ja, die Startplätze sind quotiert. Für jede Disziplingruppe gibt es  jeweils einen Startplatz (zur Zeit Kajak der Herren, Kajak der Damen, Canadier Einer und Canadier Zweier der Herren). Anzumerken ist jedoch, dass wir Slalomkanuten uns die Startplätze mit den Kanurennsportlern teilen, so dass es insgesamt doch einige Starplätze für den Kanusport gibt.

F: Seit wann ist der Kanusport olympisch?
A: Hier müssen wir zwischen Kanuslalom und Kanurennsport unterscheiden. Der Kanurennsport ist seit 1936 das erste mal dabei. 1966 wurde Kanuslalom als neue olympische Disziplin vorgeschlagen, und 1969 beschlossen die Offiziellen während der 68. Session des IOC in Warschau, dass 1972 in München erstmals olympische  Kanuslalom-Wettkämpfe   ausgetragen werden. Nach den Spielen folgte dann eine 20-jährige Olympiapause. Seit 1992 (Barcelona) ist der Kanuslalom wieder ununterbrochen im olympischen Programm.

F: Kann man mit Kanuslalom Geld verdienen?
A: Ja, allerdings meist indirekt durch das Gehalt einer Sportfördergruppe der Bundeswehr oder Polizei aber auch durch Förderung von Vereinen und Sportverbänden oder durch Sponsoring. Reich kann man damit zur Zeit allerdings nicht werden.

F: Wie ist ein Kanu gebaut?
A: Wenn wir von Wettkampfbooten im Kanuslalom ausgehen, so kann man eine Konstruktion aus Kohlefaser-, Aramidfaser- oder Glasfasergelegen annehmen, die mit meist mit Epoxidharz oder Polyesterharz in einer Form verklebt werden. Diese Bauweise erlaubt es, leichte aber stabile Boote zu bauen. Echtes High-Tech, eine Art der Formel 1 im Wildwasser.

F: Was ist der Unterschied zwischen Kajak und Kanu?
A: Das ist eine sehr häufig gestellte Frage. Das Wort Canoe beruht auf dem karibischen Wort Kenu, welches vermutlich durch die spanischen Eroberer zu Canoa romanisiert und später zum englischen Canoe wurde. In Deutschland hat sich der Begriff Kanu als allgemeiner Oberbegriff für die typischen Bauformen des Canadiers der Indianer und des Kajaks der Eskimos durchgesetzt. Viele Schlauchbootkonstruktionen wie zum Beispiel Rafts, werden meist nicht als Kanu angesehen, obwohl sie durch paddeln in Blickrichtung vorwärtsbewegt werden.

F: Was ist der Unterschied zwischen Kanu und Rudern?
A: Rudern und Kanufahren werden gerne verwechselt, obwohl der Unterschied  sehr groß ist:

Das Ruderboot wird im Sitzen “rückwärts” gefahren (die Blickrichtung ist vom Bug abgewandt) und das Ruder ist über eine Art Gelenk (Widerlager) direkt mit dem Boot verbunden. Die Kraftübertragung findet über das Gelenk direkt auf das Boot statt.

Das Kajak wird im Sitzen (der Canadier im Knien) und in Blickrichtung vorwärts gefahren. Das Paddel wird im Gegensatz zum Ruder “freihändig” gehalten – die Kraftübertragung findet daher nur durch den Körper statt. Dadurch ergeben sich große Freiheitsgrade, die zum Beispiel blitzschnelle und sehr genaue Kursänderungen beim Kanuslalom ermöglichen.

F: Was ist, wenn Du die Qualifikation für den einen Startplatz für Olympia nicht schaffst?
A: Dann habe ich deutlich mehr Freizeit. Es gibt im Olympiajahr aber noch eine EM und einige Weltcups, die dann anvisiert werden können.

 F: Was ist der Unterschied zwischen den Olympischen Spielen und der Olympiade?
A: Die „Olympiade“ ist der vierjährige Zeitraum zwischen den Olympischen Spielen. Mit Olympischen Spielen werden die Spiele als solche bezeichnet. Übrigens: der Olympionike ist der Olympiasieger und nicht etwa der Teilnehmer!

F: Wird im Winter nur in der Halle Trainiert, also in Turnhalle, Kraftraum oder paddeln im Schwimmbad?
A: Nein – im Gegenteil. Im Winter werden besonders hohe Umfänge auf dem Wasser im Freien erbracht. Allerdings steht meist das Ausdauerpaddeln in weniger wildem Wasser auf dem Trainingsplan. Dabei wird man nicht so nass und die Herzfrequenz ist ausreichend hoch, um nicht zu frieren – im Gegenteil, die Paddler schwitzen dabei.

F: In dem Wildwasser erscheint alles als Chaos und Glücksache. Ist das eher alles Zufall?
A: Das kann man so nicht sagen! Wir trainieren, um das Chaos zu beherrschen. Das erkennt man auch daran, dass immer die üblichen Verdächtigen vorne liegen. Es kommt darauf an, möglichst keine Fehler zu begehen, Situationen vorherzusehen ( zu antizipieren) und darauf folgend immer das Boot rechtzeitig in Position zu bringen. Wenn dann Kraft und Ausdauer reichen, dann wird es ein gutes Ergebnis. Von Glück kann dann wirklich keine Rede sein.

F: In welchem Alter sollte man Anfangen, wenn man gut werden will?
A: Für einen rechtzeitigen Einstieg in den Sport ist ein Alter von 7, 8-10 Jahren günstig.

F: Wo kann man Kanuslalom betreiben?
A: Eigentlich überall in Deutschland – es ist aber eine Frage des Aufwandes. Auf jeden Fall  ist es gut, wenn ein Kanu-Slalom treibender Verein in der Nähe ist. Leider fehlen meist einfachste Slalom-Strecken, so dass man oftmals einige Kilometer bis zu einer geeigneten Trainingsstrecke fahren muss. Eine Liste der Kanuvereine findet ihr unter www.kanu.de.

 F: Ist Kanuslalom eine Randsportart?
A: Das ist nicht einfach zu beantworten. Ob eine Sportart eine Randsportart ist oder nicht, wird meist anhand von Einschaltquoten des Fernsehens, an der Menge der Sporttreibenden oder anhand des elitären Charakters einer Sportart festgemacht (Bobfahren verfügt zum Beispiel über wenig Sportler, hat aber gute Einschaltquoten und einen gewissen elitären Status) .
Die oben angeführten Einschaltquoten werden meist anhand einer sozio-ökonomischen Panelgruppe ermittelt und über verschiedene statistische Modelle und Verfahren ausgewertet.
Hinsichtlich der Einschaltquoten haben wir uns mit dem Kanuslalom besonders aus internationaler Sicht gut etabliert. Aus diesem Grund konnte sich der Kanuslalom bei Olympischen Spielen fest im Programm halten. Andere Sportarten haben es da manchmal schwerer. Zum Beispiel stand das traditionelle Ringen bei der letzten Revision der Spiele zur Disposition. Ein weiterer Aspekt ist, dass neue Medien mehr und mehr Einzug halten, so dass wir nicht nur Einschaltquoten sondern zum Beispiel auch auf Downloads achten müssen (z. B. Video-on-Demand). Diese werden bislang über die üblichen Messverfahren nicht erfasst.

 F: Wie viele Menschen fahren in Deutschland Kanu?
A: die Frage ist, was damit gemeint ist. Umfragen zeigen, dass fast jeder schon mal mit einem “Kanu” gefahren ist.  Reduzieren wir die Frage auf den Kanuslalom, dann stellen mit Stand 2015 etwa 70 Vereine mit Rund 800 Sportlern die Teilnehmer bei Deutschen Meisterschaften. (Slalompaddler gibt es aber deutlich mehr) Diese Teilnehmer müssen sich über Gruppenmeisterschaften qualifizieren, um an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen zu können. Es ist also schwer zu sagen, wie viele Menschen tatsächlich Kanuslalom betreiben.

F: Gibt es Doping im Kanuslalom oder welche Rolle spielt Doping im Kanuslalom?

A: Ob es Doping im Kanuslalom gibt oder nicht, kann ich nicht zu 100 Prozent beantworten.
Unter Doping ist allerdings mehr zu verstehen, als nur die Einnahme verbotener Substanzen oder der Verwendung verbotener Methoden zur Leistungssteigerung. Ein Dopingverstoß ist zum Beispiel auch die Verletzung der Informationspflichten im Zusammenhang mit „Trainingskontrollen“
(Siehe NADA Artikel 2.4). Vergisst man zum Beispiel seinen Aufenthaltsort rechtzeitig bekanntzugeben, hat man ganz schnell auch einen Dopingverstoß begangen, obwohl überhaupt keine verbotenen Substanzen im Spiel waren.

Eine andere Frage die aber in diesem Zusammenhang  gestellt werden muss, ist, ob sich eine Einnahme verbotener Substanzen oder die Verwendung verbotener Methoden zur Leistungssteigerung überhaupt lohnen würden:

Kanuslalom ist in eine klassische nicht-standardisierte Sportart, jede Strecke unterscheidet sich von der anderen und das Design des Slalomparcours wird erst kurz vor dem Wettkampf bekanntgegeben. Man weiß also nie so genau, was einen erwartet. Ist die Strecke eher technisch? Wie lang ist die Strecke? An welcher Stelle gibt es Sprintstücke? Sind kleinere oder größere Sportler im Vorteil?  An dieser Stelle könnten noch viele Fragen gestellt werden und man merkt schon bei dieser kurzen Betrachtung, dass gar nicht klar ist, wo ein Doping angesetzt werden könnte. Natürlich benötigt der Kanuslalomsportler eine sehr gute Fitness, diese lässt sich aber sehr gut auf ganz natürlichem Wege aneignen. Doping ist hier überhaupt  nicht notwendig. Viel wichtiger sind die Entwicklung und der Erwerb von notwendigen und vielseitig verwendbaren  Techniken sowie Investitionen in Reisetätigkeiten, um Wettkampf- und Streckenerfahrung anzuhäufen. Es ist also erfolgreicher, Flugtickets zu kaufen als für teures Doping (und in die Vertuschung) zu bezahlen! Ganz zu schweigen von der Gefahr entdeckt zu werden und als Betrüger zu gelten.

Zusammenfassend ist zu sagen,  der Kanuslalom eignet sich (Gott sei Dank) wenig bis gar nicht für ein Doping und wer trotzdem glaubt er könne unerlaubt nachhelfen, der hat diese Sportart nicht verstanden!

 

RED

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